Projekt Omu - Ohne mitzuwirken undenkbar - Fahrzeugspendenaktion zur Aufarbeitung unseres offenen Güterwagens der Gattung Omu

FHWE Fotogalerie Überführung des Wagens nach Schönheide Süd .

FHWE Fotogalerie Details des Wagens .

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Projekt Omu - Ohne mitzuwirken undenkbar

Fahrzeugspendenaktion zur Aufarbeitung unseres offenen Güterwagens der Gattung Omu

Zweiter Anlauf war erfolgreich - Fördermittel für betriebsfähige Aufarbeitung unseres offenen Güterwagens der Gattung Omu sind bewilligt!

Der zweite Anlauf war erfolgreich; die betriebsfähige Aufarbeitung unseres offenen Güterwagens der Gattung Omu wird mit Fördermitteln unterstützt und damit Wirklichkeit!

Ein erster Versuch wurde im Rahmen des „Industriekulturjahres Sachsen 2020” über den Kulturraum Plauen-Zwickau unternommen, eine Finanzierungsgrundlage für die Aufarbeitung des Wagens zu finden. Mit der Begründung, der Sitz des FHWE läge außerhalb des Verbandsgebiets, wurde der Antrag abgelehnt. Auch ein Widerspruch half nicht, man förderte lieber Projekte aus der Rubrik schnelllebiger Aktionismus, welche weder etwas mit Industriekultur, nachhaltig nutzbaren Wirkungen noch dem ländlichen Raum zu tun hatten und deren Initiatoren, welch Ironie, ebensowenig ihren Sitz im Verbandsgebiet haben wie der FHWE. Die Kulturförderung von Bund und Land ist eben auf die Städte zugeschnitten wie ausgerichtet, vielfach unabhängig ihrer Sinnhaftigkeit; der ländliche Raum und real-langfristig angelegte Projekte haben es da deutlich schwerer.

Da Kleinbeigeben beim FHWE aber noch nie eine Option war, wurde weiter nach einer Möglichkeit zur Finanzierung des Wagens gesucht und - gefunden!

Über die LEADER-Region Westerzgebirge gelang es, im Rahmen eines sogenannten Kleinprojektefonds Fördermittel für die Aufarbeitung des Wagens einzuwerben. Nunmehr kann es also endlich losgehen, nachdem es lange Zeit nicht unbedingt danach aussah, eine passende Geldquelle hierfür erschließen zu können.

Etwas zur Geschichte und Herkunft des Wagens

Der Wagen wurde im Jahr 2010 in den Bestand des FHWE vom Heimatverein Königshain bei Görlitz übernommen. Wann und wo er gebaut wurde, ist leider nicht bekannt, da beide Herstellerschilder von Schildersammlern von den äußeren Langträgern irgendwann einmal entwendet wurden.

Zuletzt war der Wagen ein Werkwagen, welcher die Nummer 9 trug, daher rührt auch seine hellgraue Farbgebung, welche er trägt. Seine letzte Revision, sprich Aufarbeitung, erhielt er im Jahre 1984 mit dem Abnahmedatum 13.11.84 im Reichsbahnausbesserungswerk Dresden, welches bei der Deutschen Reichsbahn nach dem zweiten Weltkrieg für die Ausbesserung aller offenen zweiachsigen Güterwagen zuständig war.

Eine Besonderheit des Wagens ist, das er noch über seine Druckluftbremsanlage der Bauart Kunze-Knorr verfügt. Dies ist als ausgesprochene Seltenheit anzusehen; zumeist wurden die Druckluftbremsen bei zu Werkwagen umgenutzten ehem. Reichsbahnwagen ausgebaut, um sich deren relativ aufwendige Unterhaltung zu sparen und die Fahrzeugrahmen zu schonen. Dass es hier nicht dazu kam ist hocherfreulich, der Wagen ist damit bautechnisch noch komplett wie originalgetreu erhalten und dementsprechend besonders einzigartig.

Die Entstehung der offenen zweiachsigen Güterwagen im Deutschen Reich

Der Bedarf an Güterwagen, welche sich zur Beförderung von Kohle eignen, stieg adäquat mit der Zunahme der Industrialisierung. Gemäß den sich entwickelnden technologischen wie technischen Möglichkeiten erzeugte die ebenso aufstrebende deutsche Waggonbauindustrie eine breite Palette von Güterwagen, welche speziell für die Beförderung von Kohle gedacht waren.

Unter den verschiedenen Baumustern hob sich dabei eine Wagenbauart besonders hervor; der offene Güterwagen nach dem sogenannten Musterblatt A 10.

Entwickelt im Jahre 1909 und beginnend ab dem Jahr 1913 wurden bis zum Jahr 1928 über 200.000 Güterwagen nach diesem Musterblatt gefertigt. Die Herstellung der Wagen wurde dabei von mehreren Waggonbauanstalten gemäß dem Musterblatt A 10 ausgeführt, wobei die Fertigung jener Wagen durch die bis 1920 selbstständigen Bahnverwaltungen der Länder Preußen, Sachsen, Bayern, Württemberg und Baden in Auftrag gegeben wurden. Mit Gründung der Deutschen Reichsbahn im Jahr 1920 wurden jene Bauaufträge durch diese zentral für das gesamte Deutsche Reich weiterführend vergeben. Bezeichnet wurden jene Wagen als Bauart Om.

Mit einer Stückzahl von mehr als 200.000 Exemplaren verkörpert der offene Güterwagen der Bauart Om nicht nur das am meisten gebaute Güterwagenmuster weltweit, sondern er ist zugleich der am meisten überhaupt jemals gebaute Eisenbahnwagentyp. Er übertrifft somit auch alle anderen Bauformen von Eisenbahnwagen stückzahlmäßig um ein Vielfaches; eingeschlossen sämtliche Bauformen von Personen-, Schlaf- und Speisewagen als ebenso die der Post- und Gepäckwagen.

Nach dem aktuellen Erkenntnisstand ist der Omu des FHWE der einzig noch existierende baulich komplett ausgerüstete Wagen der Bauart Om bzw. Omu, wie er seit 1958 bezeichnet wird.

Wie bereits dargelegt, ist die noch vorhandene Ausrüstung des Wagens mit einer Druckluftbremsanlage der Bauart Kunze-Knorr ein willkommener Umstand, welcher hervorzuheben ist und auf den hier etwas näher eingegangen werden soll:

Die Kunze-Knorr-Bremse steht symbolisch wie tatsächlich für ein bedeutendes Kapitel deutscher Ingenieurs- und Industriegeschichte; die Entwicklung der durchgehenden Druckluftbremse für Güterzüge durch die Ingenieure Bruno Kunze (1854 - 1935) und Georg Knorr (1859 - 1911). Diese von beiden Ingenieuren gemeinschaftlich bei der Firma Knorr-Bremse mit Sitz in Berlin bis zum Jahre 1918 entwickelte Druckluftbremse war weltweit die erste durchgehende Bremseinrichtung für Güterzüge. Erst durch die Entwicklung der Kunze-Knorr-Bremse wurde es möglich, lange und schwere Güterzüge zu bilden. Bis zur Einführung jener Druckluftbremse mußten alle Güterzüge von Hand aus abgebremst werden, konstruktiv vergleichbar mit den Spindelbremsen der Pferdekutschen. Aus jener technischen Entwicklung heraus stieg die Firma Knorr-Bremse Berlin in den kommenden Jahrzehnten zum Innovationsträger in punkto Druckluftbremsen für Schienen- und Straßenfahrzeugen auf. Auf jener Grundlage wurde sie zum Weltmarktführer und ist dies in dieser Industriesparte bis heute.

Die betriebsfähige Aufarbeitung des offenen Güterwagens der Gattung Omu

Das Ziel war von Anbeginn an, den Wagen betriebsfähig aufzuarbeiten. Wie alle Projekte, welche der FHWE initiiert und realisiert, bedarf es jedoch stets einer Finanzierungsgrundlage, welche nunmehr glücklicherweise gefunden werden konnte.

Die Aufarbeitung selbst vollzieht sich dabei hauptsächlich am Standort Wilzschhaus; hier erfolgt die Zerlegung des Wagens in seine Einzelteile und auch der spätere Wiederzusammenbau wird hier stattfinden.

Der Güterwagen Omu besteht dabei aus folgenden Baugruppen:

  • Hauptrahmen (Stahlprofile aus U- und Winkelstählen vernietet)
  • Laufwerk (Federung, Radsätze und Radsatzführung)
  • Zug- und Stoßeinrichtung (durchgehend, Hülsenpuffer mit Ringfeder)
  • Eck-, Tür- und Seitenrungen mit Obergurten
  • Seitentüren zweiflüglig mit Türverschlüssen
  • Kopfklappen mit Daumenwellen
  • Bremseinrichtung (Druckluftbremse Kunze-Knorr-G)
  • Hölzerner Fahrzeugaufbau (Wagenboden, Seiten- und Kopfklappenbeplankung)
  • Rangiertritte und -griffe
  • Signalstützen
Der Umfang der erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen wird vom Erhaltungszustand des Wagens bestimmt. Jener erfordert eine umfassende Sanierung und teilweise Rekonstruktion seiner Bauteile. Die Betriebsfähigkeit wird durch die Anwendung der technischen Vorgaben zur Aufarbeitung von Güterwagen und ihrer Bauteile erreicht und gewährleistet. Konkret sind dabei folgende Arbeiten auszuführen, welche bezogen auf deren wesentliche Arbeitsinhalte im Folgenden beschrieben werden:
  1. Hauptrahmen: Demontage aller verschraubten Bauteile vom Rahmen, Ersetzen aller durchkorrodierten Bauteile, insbesondere Austausch aller Winkelprofile des äußeren Bodenrahmens, Rahmen strahlen, grundieren u. lackieren (Farbton RAL 9005)
  2. Laufwerk: Blatttragfedern ausbauen, aufarbeiten und prüfen, Radsätze sowie Lager prüfen, strahlen, grundieren u. lackieren (Farbton RAL 9005) sowie vermessen
  3. Zug- und Stoßeinrichtung: Zerlegung in Einzelteile, Teile aufarbeiten, strahlen, grundieren u. lackieren (RAL 9005)
  4. Eck-, Tür- und Seitenrungen mit Obergurten: Richten erhaltungswürdiger Rungen sowie der Obergurte, Rekonstruktion zu erneuender Rungen, anschließend strahlen, grundieren u. lackieren (RAL 8012)
  5. Seitentüren zweiflüglig: alle vier Türblätter nach Vorlage nachbauen, Türscharniere und -verschlüsse für Weiterverwendung aufarbeiten, anschließend strahlen, grundieren u. lackieren (RAL 8012)
  6. Kopfklappen mit Daumenwellen: Kopfklappen entholzen und aus den Kopfklappenlagern aushängen, strahlen, grundieren u. lackieren (RAL 8012)
  7. Bremseinrichtung: Demontage der mechanischen Bauteile der Bremse, Komponenten bauteil- und zustandsbezogen aufarbeiten und prüfen, bauteilbezogen strahlen, grundieren u. lackieren (RAL 9005)
  8. Zusammenbau aller aufgearbeiteten u. lackierten Bauteile, Montage der Druckluftbremsanlage, Einbau der Tragfedern und Radsätze
  9. Hölzerner Fahrzeugaufbau: Wagenboden zuschneiden, imprägnieren und einbauen, Seitenwand- und Stirnbeplankung zuschneiden, imprägnieren u. lackieren (Außenseiten RAL 8012, Innenseiten RAL 7011) und einbauen
  10. Anbringen der Beschriftung

Die hier lediglich stichpunktartig aufgelisteten Arbeitsschritte stellen die grundsätzlich erforderlichen Arbeitsabläufe dar, sie beschreiben keine Details der Aufarbeitung.

Was das „freudige Ereignis” kostet

Es dürfte wohl unstrittig sein, dass die Aufarbeitung des Omu als freudiges Ereignis bezeichnet werden darf. Wie bei Kindern üblich, kosten aber auch die „Kinder” des FHWE stets und ständig eine ganze Stange Geld.

Nach der Kalkulation ist die Aufarbeitung des Wagens mit 20.000,00 Euro veranschlagt. Knapp 16.000,00 Euro werden hiervon durch die erhaltenen Fördermittel abgedeckt. Was bleibt, ist der zu erbringende Eigenanteil von rund 4.000,00 Euro.

Da der FHWE eine Reihe von Projekten zeitgleich bearbeitet, haben wir uns entschlossen, hierfür eine separate Spendenaktion anlaufen zu lassen, welche speziell auf den Wagen zugeschnitten ist. Das Angebot richtet sich insbesondere an jene Freunde und Unterstützer des FHWE, welche sich primär für Schienenfahrzeuge interessieren bzw. sich an dieser Stelle engagieren möchten.

Unsere Hauptspendenkampagne „Aufschwung (Schönheide) Ost” läuft unabhängig hiervon unverändert weiter. Mit ihrer Hilfe soll sie primär dazu beitragen, die Sanierung des Bahnhofsensembles Schönheide Ost sowie die Wiederinbetriebnahme der Strecke Schönheide Ost - Schönheide Süd zu ermöglichen. Ab dem Sommer laufen die Arbeiten hierzu wieder an, eine Reihe von Aufträgen wurde an diverse Firmen bereits vergeben.

Die nun neu auf den Wagen zugeschnittene Spendenkampagne steht daher nicht in Konkurrenz zur Hauptspendenaktion „Aufschwung (Schönheide) Ost”, sondern soll diese lediglich um den Bereich eines Schienenfahrzeugprojekts ergänzen.

Omu - ohne mitzuwirken undenkbar

So heißt sie, die Aktion zugunsten des offenen Güterwagens Omu!
Wie unschwer zu erkennen ist, spiegelt die Gattungsbezeichnung Omu das Motto der Spendenaktion sinnbildlich ab: Ohne, dass möglichst zahlreiche Unterstützer an der Aufarbeitung des Wagens mitwirken, ist das Projekt undenkbar.
Dies gilt einmal für die Beteiligten vor Ort, welche die Aufarbeitung in praktischer Form vollziehen wie all jene, welche sich durch ihre finanzielle Mitwirkung aktiv einbringen.

Daher sind, im übertragenen Sinne, Wagenanschieber gesucht, welche mithelfen, die betriebsfähige Aufarbeitung des Omu mit einer Spende anzuschieben und auf diese Weise den Wagen tatsächlich zum Rollen bringen!

Erstmals ist es dabei auch möglich, über PayPal eine Spende hierfür zu überweisen. Wir haben uns zur Einrichtung eines PayPal-Spendenkontos entschieden, da es einfach zu handhaben und dennoch ebenso sicher ist, wie dies bei einer klassischen Überweisung gegeben ist.

Gemäß den veranschlagten Gesamtkosten beträgt das

Spendenziel: 4.000 Euro

Selbstverständlich kann ebenso die Möglichkeit einer Überweisung genutzt werden. Die Bankverbindung lautet:

Bank: Erzgebirgssparkasse
IBAN: DE70 8705 4000 3667 0000 99
BIC-/SWIFT-Code: WELADED1STB
Kontoinhaber: FHWE e.V.
Verwendungszweck: Projekt Omu
Fuer Banking-App

Der QR-Code enthält die Überweisungsdaten für Banking-Apps.

Allen Spendern wird ab einem Betrag von 50,00 Euro eine neugestaltete Spendenurkunde sowie eine Spendenbescheinigung auf dem Postweg übersandt. Voraussetzung hierfür ist, dass uns die vollständige Anschrift mitgeteilt wird.

Über das „Werden und gedeihen”, sprich die Ausführung der Arbeiten, wird auf der Website des FHWE berichtet werden, so dass sichtbar sein wird, welche Fortschritte der „Kleine” macht. Wenn alles wie geplant klappt, soll er Ende des Jahres frisch herausgeputzt erstrahlen, (fast) wie am Tage seiner Geburt - ein freudiges Ereignis eben! :-)

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